Produktkalkulation für Teile, Angebote und Aufträge, Vor- / Nachkalkulation

Ein in PCGuss 2000 zentral integrierter Kalkulationsalgorithmus ermittelt für ein Guss- Einzelteil, sonstiges Teil oder für ein Systemteil, das aus mehreren Bauteilkomponenten besteht, die Herstellkosten (HSK), Selbstkosten (SK), Kostendeckung (KD).
Die Datenbasis für eine Kalkulation liefern Arbeitspläne bzw. Stücklisten. Die Kostensätze der Kostenstellen werden  für eine Vollkosten- und Teilkostenbetrachtung geführt und  zeitraumbezogen fortgeschrieben. Kostenträger sind Angebote bzw. Aufträge.
Es können auch auftragsneutrale Stammarbeitspläne im Vorfeld von Angebot und Auftrag kalkuliert werden:

  • Angebotskalkulation
  • Auftragsvorkalkulation
  • mitlaufende Kalkulation
  • Nachkalkulation
  • Deckungsbeitragsrechnung.

Der Kalkulator hat die Möglichkeit für ein Angebot am Bildschirm verschiedene Kalkulationsvarianten (Werkstoff, Stückzahl ändern,.... ) durchzurechnen und vergleichsweise gegenüberzustellen. Interessante Varianten lassen sich dann ins Angebot aufnehmen. Eine Angebotsposition kann bis zu 9 Varianten haben.

Angebotskalkulation für Einzel- und Systemteile mit komplexer Baugruppenstruktur

Das Angebot wird in der Verkaufsabteilung erfasst und für die weitere Bearbeitung in der Arbeitsvor-bereitung / Kalkulation freigegeben. In der Regel ist ein Neuteil zu kalkulieren, d. h. es gibt im  System  keine gespeicherten Daten zu diesem Teil. Der Kalkulator hat in diesem Fall mehrere Möglichkeiten, die Kalkulation zu erstellen:
Suche nach einem ähnlichen Teil bzw. nach einem Vorangebot mit einem ähnlichen Teil im vorhandenen Datenbestand. Der Kalkulator wählt die passende Angebotskalkulation aus und kopiert die Daten in die zu erstellende Kalkulation. Dann kann er mit der Überarbeitung der Kalkulationskopie beginnen.
Es kann auch ein völlig neuer Arbeitsplan für die Kalkulation aufgebaut werden (KAPL).

In der Praxis wird man diese Arbeitsmöglichkeiten kombinieren. Falls ein Wiederholteil zu kalkulieren ist, greift der Kalkulator auf die im System vorhandenen Daten zurück und aktualisiert den Kalkulationsstand (z. B. neue Kalkulationssätze).
Eine vom Vertrieb angeforderte Angebotskalkulation kann der Kalkulator um Kalkulationsvarianten erweitern, z. B. anderer Werkstoff, andere Mengenstaffel. Diese Kalkulationsvarianten werden dem Vertrieb zurückgegeben, der dann sein Angebot erweitert und dem Kunden verschiedene Alternativen zu seiner Anfrage offeriert.
Der Kalkulator hat auch die Möglichkeit aufgrund der Kalkulation ein Angebot abzulehnen. Er muss dafür einen Ablehnungsgrund angeben. Nach der Freigabe der Kalkulation kann die Verkaufsabteilung die Kalkulation einsehen, aber nicht ändern und das Angebot bis zum Angebotsdruck vervollständigen.

Dialogfenster Angebot Kalkulationskopf:
Beispiel Gussteil Pumpengehäuse (Corpo Pompa)

Vorkalkulation Fertigungslose und Aufträge

Vorkalkulation Fertigungslose und Aufträge

Die Daten für die Vorkalkulation von Fertigungslosen und Aufträgen liefert der Fertigungsarbeitsplan (FAPL) des zu produzierenden Teils. Zu einer Auftragsposition können mehrere Fertigungslose gehören, so dass die Kalkulationen der Fertigungslose in der Kalkulation der Auftragsposition zusammengefasst werden. Bei Systemteilen, die aus mehreren Bauteilkomponenten in verschiedenen Fertigungsstufen bestehen, laufen die Daten der beteiligten Fertigungsarbeitspläne automatisch in die Kalkulation des Systemteils (Endprodukts).

Übersicht Vorkalkulation Fertigungslose:
In der Übersicht findet man schnell jedes Fertigungslos. Die Übersicht kann nach den farbigen Spalten auf- bzw. absteigend sortiert werden. In der Suchleiste spezifiziert man den zu suchenden Begriff. Die Button Suchen und Filter ermöglichen SQL-Abfragen.

Nachkalkulation / mitlaufende Kalkulation von Fertigungslosen und Aufträgen

Eine Nachkalkulation bezieht sich auf die Fertigungslose einer Auftragsposition. Über das Rückmeldesystem GBD fliessen die erbrachten Leistungen für ein Fertigungslos in die Nachkalkulation des Loses. Erst nach Abschluß des Fertigungsloses ist die Nachkalkulation vollständig.

Die Nachkalkulation einer Auftragsposition ergibt sich aus der Verdichtung aller zugehörigen Fertigungs- lose.

Nachkalkulation Fertigungslos: Werkstoffkosten
In der Werkstoffseite werden links die Werte der Vorkalkulation je Stück gezeigt. Im rechten Teil des Bildschirms erscheint die Gegenüberstellung der Gesamtwerte von Vor- und Nachkalkulation

 

 

Selbstkostenkalkulation

Das Kalkulationsschema Selbstkosten wird wie das Herstellkostenschema individuell den Erfordernissen der Gießerei entsprechend aufgebaut. Die Selbstkostenkalkulation kann optional auch im Vertrieb angezeigt werden. Das folgende Beispiel ist in einer Gießerei implementiert worden:

Deckungsbeitragsrechnung (Direct costing)

      Deckungsbeitrag = Verkaufspreis - variable Stückkosten
        wichtig: Aufsplittung der Kosten in variable Kosten und Fixkosten


Spezielles Kostenartenschema  für die Deckungsbeitragsrechnung:
Beispiel für ein Gussteil, Gegenüberstellung Vorkalkulation / Nachkalkulation, F Fremdkosten, E Eigenkosten
mit den Deckungsbeitragsstufen: DB I, DB II, DB III und DB IV

 

 

Multiple Einflussgrößenrechnung für die Berechnung von Vorgabezeiten,

MEGR: Multiple Einflussgrößenrechnung für die Berechnung von Vorgabezeiten, Volumina,...

In der Kalkulation (GKA) und in der Durchlaufterminierung (GFS) sind Vorgabezeiten für Arbeitsvorgänge erforderlich, die entweder als Erfahrungswerte eingegeben und gepflegt werden, oder diese Vorgabezeiten werden mittels (mathematischer) Formeln berechnet, die die Abhängigkeit einer Vorgabezeit von mehreren Einflussgrößen (Variablen) beschreiben. Einflussgrößen können interne bzw. externe Variaben sein. Auch Vorgabezeiten anderer Arbeitsgänge können als Variablen in der Formel vorkommen. Volumen- und Mengenberechnungen lassen sich auch über die multiple Einflußgrößenrechnung bewerkstelligen. DieFormeln können einfach, aber auch sehr komplex sein. Im Arbeitsgangkatalog gibt es einen Formeleditor,mit dem man an einem Arbeitsgang eine Formel generieren kann.

Formeleditor
Das Beispiel zeigt die Formel für die Berechnung der Formstoffmenge.
Am Arbeitsgang Formstoff wird die Formel hinterlegt. Die Einflussgrößen (gekennzeichnet mit dem Buchstaben V für Variable) werden im Arbeitsplan mit Werten belegt.

 

Im Formeleditor ist eine Formel nach den Regeln der Mathematik aufzubauen:
             vier Grundrechenarten  + - / *,  potenzieren ^, Wurzelziehen  ^1/2, Klammern setzen (   )
             E- Funktion, natürlicher Logarithmus (Basis e) VLN,  dekadischer Logarithmus (Basis 10) VLG

Spezielle Variablen in Formeln verwendbar:
In einer Arbeitsvorgang-Formel auf ein Datenfeld (z.B. STUECKZ,...) eines anderen Arbeitsganges Referenz nehmen. Dieser Arbeitsvorgang muss vor dem Formel-Arbeitsgang liegen

Syntax: V$Axxxxx:cFeldname$  xxxxx ist die AG-Nummer
                 "$" sind die Begrenzer
                 "A" ist der Typ: AG-Nr Ausdruck

Beispiel:
              (V$A05500:STUECKZ$+V$A05510:STUECKZ$)/30*(V025/10)

Die Vorgabezeit des Arbeitsvorganges mit AG-Nr. 05500, die im Datenbankfeld
           STUECKZ steht wird addiert .................